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atelierEUROPA // 12.03.2004 - 13.06.2004Kunstverein Muenchen

Gespräch mit Dr. Elke Ritt, Leiterin des „Arts & Creative Industries“-Programms des British Council in Berlin

Das Gespräch mit Dr. Elke Ritt führten Marion von Osten und Katja Reichard am 3. Dezember 2003 in Berlin

 

ATELIER EUROPA TEAM } Die deutsche Zentrale des British Council [BC] in Deutschland ist vor drei Jahren von Köln nach Berlin Mitte an den Hackeschen Markt gezogen...

ELKE RITT: ...sowohl was neue Kunst angeht als auch als Anziehungspunkt für KünstlerInnen ist Berlin zur Zeit viel attraktiver als Köln; was aber nicht der Grund für unseren Umzug war.

} Wurde das „Creative-Industries“-Förderprogramm (CrI) des BC extra für Berlin entwickelt?

Nein, eine direkte Beziehung zwischen unserem Umzug und dem CrI-Förderprogramm besteht nicht. Seit 1998 haben wir für die CrI eine eigene Abteilung [1] in London, die von Andrew Senior gegründet wurde und geleitet wird. Deutschland ist ein wichtiges Land für die CrI. Ich war seit Anfang des Programms dabei und wir haben viele Projekte gemacht, die alle eine Art Showcase- und Dialog-Charakter hatten. So gab es in Köln im Bereich Design eine Ausstellung mit dem Titel "Highlights" [2], die einen umfassenden Überblick über Produktdesign aus Großbritannien gab. Seit 1997 gibt es in Deutschland großes Interesse an britischem Design, was zuvor nicht der Fall war. Designer wie Tom Dixon, Ron Arad oder James Dyson wurden plötzlich als Gestalter und Künstler wahrgenommen. So entstand auch für die britische Regierung das Interesse, Design über eine Institution wie den BC international zu fördern und zugleich etwas für das internationale Image Großbritanniens zu tun.

} Im Gegensatz zum deutschen Begriff des Künstlers ist der englische Begriff des „artist“ immer schon viel breiter gefasst gewesen: Welche CrI-Programme haben Sie vor diesem Hintergrund dann in Deutschland begonnen?

Bis Mitte der 90er Jahre gab es in Großbritannien kein sehr ausgeprägtes Design-Bewusstsein. Das hat auch damit zu tun, dass Kunst und Kunsthandwerk nicht so scharf getrennt wurden. Kunst, Kunsthandwerk und Design erfahren in Großbritannien gleichberechtigte Anerkennung, anders als in Deutschland. Heute gibt es ein neues britisches Selbstbewusstsein im Bereich Design; was nicht zuletzt an den vielen Aktivitäten der Designabteilung des BC in aller Welt sichtbar wird. In Deutschland kooperiert der BC mit verschiedenen Partnern in der britischen Botschaft und in den Generalkonsulaten- in Düsseldorf gibt es eine Spezialistin für Mode, in Stuttgart für Design, in Leipzig für Musik und Film. Diese Personen haben vorrangig die Aufgabe, zu berichten, was in den CrI in Deutschland passiert. Wir organisieren auch gemeinsame Veranstaltungen: Ausstellungen, Empfänge, Studien- und Informationsreisen nach Großbritannien - viel Netzarbeit also, damit sich ProduzentInnen/KünstlerInnen aus Deutschland und Großbritannien gegenseitig informieren können. Deutschland ist dabei aber nicht das wichtigste Land für die britischen CrI. Der BC arbeitet weltweit in 110 Ländern. In Asien beispielsweise gibt es wesentlich mehr CrI-Schwerpunkte. In Ländern, die sich wirtschaftlich schnell entwickeln, sind auch die CrI am deutlichsten zu bemerken. In Singapur spielt zum Beispiel das Mode-Business eine sehr wichtige Rolle oder in Japan die Computerspiele-Industrie. Weltweit setzen unsere CrI-Initiativen länderspezifische Schwerpunkte. In Deutschland wurden über den BC erst drei Gebiete richtig erforscht: Grafikdesign, mit einer „Face to Face“- Konferenz in Stuttgart [3], Computerspiele mit dem Workshop „Beyond Lara“ und das Filmprojekt „Movie Matters“, beide hier in Berlin.

} Sind diese Gebiete klassische Sektoren innerhalb der CrI?

Ja, aber es gibt insgesamt dreizehn Sektoren, mit denen sich der BC beschäftigt. Mit CrI sind im Grunde alle künstlerischen und gestalterischen Bereiche gemeint, die die Künste aus einer kommerziellen Perspektive, als Wirtschaftsfaktor betrachten. Sie unterscheiden sich gar nicht so sehr von den Künsten („Arts“) im engeren Sinne, nur dass man bei den CrI nicht vor dem kommerziell-wirtschaftlichen Aspekt, dem Exportfaktor zurückschreckt. Die natürlichen Standbeine des BC sind Kultur und Bildung („Creativity and Learning“). Die kommerziellen Bereiche sind nicht unsere Stärken, daher brauchen wir in den CrI immer Partner wie UK Trade & Investment, die Investionsagentur der britischen Regierung.

} Aus der Website des BC geht hervor, dass Schwerpunkte in Lateinamerika und in der baltischen Region besonders gefördert werden. Wie kommt es zu dieser Entscheidung?

In unserem Büro in London und in den Botschaften der jeweiligen Länder werden Marktrecherchen erstellt. So wird der BC auf mögliche Nischen aufmerksam. Wenn wir beispielsweise in einem Land ein besonderes Marktpotential für Mode entdecken, dann wird dort etwas im Bereich Mode getan. In Deutschland ist das Feld für Aktivitäten sehr groß.

} Gibt es eine theoretische Grundlage, auf die sich der BC bei dem Begriff der „Creative Industries“ bezieht, bzw. gab es in den 90er Jahren in Großbritannien einen gesellschaftlichen Diskurs, der diesen Begriff hervorgebracht hat?

Großbritannien hat fast immer einen überwiegend pragmatischen Zugang zur Welt. Bei Betrachtung des volkswirtschaftlichen Gesamtvolumens haben die Briten eines Tages erkannt, dass die CrI sehr erfolgreich sind. Man war sich zuvor nicht bewusst, dass beispielsweise die Popmusik-Industrie finanziell bedeutender ist als die Stahlindustrie. Bis dahin wurden die CrI als „Arts“ behandelt und nicht wirtschaftlich eigenständig gefördert. Dabei prägen sie das wirtschaftliche Image Großbritanniens wesentlich und sorgen für sehr viel Anerkennung in anderen Ländern; gute Gründe, den Export der CrI anzukurbeln.

} Die sozialdemokratischen deutschen und britischen Regierungen haben sich dies zu Nutzen gemacht und für ihre Politik interpretiert. Eine Entwicklung, aus der dann das Schröder-Blair-Papier [4] hervorging.

... Ja, diese Erkenntnis ist in einem politischen Papier auf bilateraler Ebene umgesetzt worden. Es unterstützt die Marktwirtschaft, aber nicht die reine Marktgesellschaft. Ein wichtiges Papier auch für den BC. Es geht bei unseren Projekten nicht darum, „the Best of British“ als reines Exportgut zu fördern, sondern wir bemühen uns stets um den gegenseitigen Nutzen für beide Länder. Es geht um ein neues Gesellschaftsbild, in dem unternehmerisch denkende Menschen („cultural entrepreneurs“) nicht durch hierarchische und bürokratische Strukturen gebremst werden. Dem Papier liegt ein starker Glaube an eine vielversprechende Zukunft der CrI als Motor zu Grunde.

} Sie würden also sagen, dass sich mittels der neuen Kommunikationstechnologien neue Tätigkeiten und Beschäftigungsmodelle selbst organisiert haben, die die Aufmerksamkeit von Seiten der Wirtschaft und Politik nach sich gezogen haben; also eine Dynamik „von unten“, der marktwirtschaftliche und politische Interessen dann gefolgt sind bzw. die sie sich angeeignet haben?

Es sind die Künstler, die als „Propheten“ agieren, die zuerst wissen, wie es weitergehen kann. Natürlich auch besonders in Zeiten der Not - die Förderung von KünstlerInnen unter Margaret Thatcher war ja nicht gerade üppig. In ihrer Folge sind die Rahmenbedingungen für Künstlerförderung jetzt jedoch nicht mehr so bürokratisch. Den KünstlerInnen ist die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit gegeben, unternehmerisch zu denken. Sie sind in Großbritannien nicht so gesichert wie in Deutschland. Insofern ist Großbritannien ein Vorreiter, wenn auch aus deutscher Sicht nicht unbedingt ein willkommenes Vorbild. Natürlich ist es für einige KünstlerInnen schwierig, unternehmerisch zu denken und sich gleichzeitig künstlerisch zu entwickeln. Dass das Ganze in ein Schröder-Blair-Papier Eingang finden konnte, ist, wie ich denke, auch den KünstlernInnen zu verdanken. Sie haben über Marketing und E-Strategien Möglichkeiten aufgezeigt, über die einige von ihnen schnell wirtschaftlich erfolgreich waren. KünstlerInnen mit unternehmerischem Denken waren sicher Vorbilder des Papiers.

} Im Schröder-Blair-Papier wird aber nie explizit über gestalterische, kulturelle Tätigkeiten geredet, sondern nur über Kreativität als neue Anforderung an die Arbeitssubjekte. Haben sie dafür eine Erklärung? Sie behaupten ja, dass die KünstlerInnen und GestalterInnen die PolitikerInnen auf die Idee zur neuen Selbstständigkeit gebracht hätten - wieso werden sie dann wieder rausgeschrieben und wieso bleibt am Ende nur der Begriff der „Kreativität“?

So ein politisches Papier will natürlich alle Menschen ansprechen. Jeder Mensch kann in seinem Bereich ja kreativ sein. Man wollte möglichst breite Gruppen ansprechen.

} Ist das eine Entwicklung von der künstlerischen Innovation hin zur Anforderung an alle wirtschaftlichen Bereiche, innovativ und profitabel sein zu müssen?

Zumindest ist „Kreativität“ zu einem wichtigen Basisvokabular politischen Denkens geworden. Ich denke, es drückt aus, was sich viele Menschen zur Zeit wünschen und wie sie sich sehen möchten.

} Sie meinen, dass sei bereits ein neues gesellschaftliches Selbstverständnis und ein Wunsch - kein politisches Programm mehr? Es ist erstaunlich, dass die CrI-Programme aus Großbritannien vor allem Workshops sind, die kreatives Handeln, weltweit, vermitteln sollen. Ist das der Versuch, junge Menschen relativ früh in andere Formen des Lernens und Lebens einzubinden? Denn mit diesen Programmen werden ja nicht mehr nur Produkte oder ihre Hersteller exportiert, sondern vor allem Verfahrensweisen. Wie sehen diese Programme genau aus?

Wir haben zum Beispiel mit „Beyond Lara“ einen dreitägigen Computerspiele-Workshop veranstaltet. Hier wurden drei verschiedene Zielgruppen angesprochen; zum einen deutsche ProduzentInnen von Computerspielen, die sich kreative Talente aus Großbritannien anschauten, zum anderen kreative Talente, Computerspiel-Designer aus London und Berlin, die in der Hoffnung zusammengebracht wurden, dass sie miteinander Projekte entwickeln würden. Am letzten Tag fand dann ein Workshop für Computerspiel-Nutzer und Eltern, die sich mit den Gefahren von Computerspielen auseinandersetzten, statt. Der Aspekt des Austausches auf bilateraler oder multilateraler Ebene ist in unseren Workshops sehr wichtig. Meist entstehen daraus weitere Projekte. Menschen lernen sich kennen, informieren sich, tauschen sich aus und entwickeln gemeinsam neue Produkte.

} Das Ziel ist also, dass derartige Netzwerke durch die Workshops angeregt werden?

Ja, und dann auch schnell eigenständig werden. Der BC wechselt seine Themen sehr häufig. Das Filmindustrie-Projekt „Movie Matters“, das wir mit Londoner FilmemacherInnen und Berliner Filmindustrie ExpertInnen gemacht haben, war etwas Einmaliges. Jetzt haben sich die Leute kennengelernt und wir sind in ihre Projekte (gemeinsame Filme, Working Attachments etc.) nicht mehr involviert. Durch diese Begegnungen, Workshops und Empfänge werden die Industrien dann selbst aktiv - sie brauchen manchmal nur einen Anstoß für ihre internationale Zusammenarbeit.

} Aus dem Schröder-Blair-Papier sind dann direkte deutsch-britische Partnerschaften hervorgegangen, beispielsweise vom BC mit „Partner für Berlin, Agentur für Hauptstadtmarketing“ die großangelegte Initiative zwischen London und Berlin. Eine Zeit lang wurde der CrI-Sektor als Zukunftsbranche Deutschlands stilisiert. Mit dem Umzug von „Deutsche Universal-Film“ und nun der „Popkomm“ geschieht das alles symbolisch, so, als wäre da noch viel Aktivität. Aber eigentliche Programme der Stadt zur Förderung der CrI gibt es ja nicht. Die Leute, die das einmal verantwortet haben, beispielsweise bei „Partner für Berlin“, und die Stadt als kreative Insel vermarktet haben, arbeiten nicht mehr dort und im Kultursektor werden die letzten offenen Gelder gestrichen...

Berlin verfügt einfach nicht mehr über die nötigen Mittel und die für umfangreiches Sponsoring notwendige Infrastruktur. „Partner für Berlin“ hat im ICA in London eine wichtige Konferenz organisiert, auf der junge Berliner Unternehmer, Architekten, Designer und Mode-Labels in kurzen Statements ihre Arbeit vor Londoner Publikum präsentieren konnten. Ich hätte sehr gerne über viele Jahre hinweg die diversen kreativen Industrien mit „Partner für Berlin“ untersucht. Aber wir haben auch viele Partner außerhalb Berlins, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen.

} Ich würde behaupten, dass die Politik, die in Großbritannien und in Deutschland derzeit eingeführt wird, genau gegenläufig zu der Vorstellung ist, dass es um neue Freiheiten ginge. Ist es nicht so, dass die Beschwörung unternehmerischen Denkens einen rein disziplinarischen Charakter hat und wie in der New-Economy-Krise zu neuen Formen der Armut führt?

Das Schröder-Blair-Papier ist natürlich ein sehr hoffnungsvolles, idealistisches Papier. Es soll Mut machen und für manchen Bereich oder für manches Individuum funktioniert es auch so. Gerade hier in Berlin herrscht unter einigen Galeristen meist ostdeutscher Herkunft Aufbruchsstimmung. Trotz der fehlenden Sammlerszene stellen sie unglaubliche Dinge auf die Beine und sind sehr marktanpassungsfähig. Im Prinzip könnte es überall so produktiv sein, aber erstens gibt es nicht überall derartig hervorragende Talente, und zweitens sind die Strukturen in Deutschland teilweise stark verkrustet, so dass neue Ansätze nicht die angemessene Chance erhalten. Der bundesrepublikanische Föderalismus ist für viele Kreative auch ein Hindernis. Für manchen Künstler wäre es wichtig, ein handlungsfähigeres, mit ausreichend finanziellen Mitteln und starker Ausstrahlung ausgestattetes Zentrum vorzufinden. Es ist aber auch sympathisch, dass Deutschland nicht so eine Power-Hauptstadt wie London hat, in der sich der Alltag nur schwerlich finanzieren läßt. Deswegen kommen ja auch die vielen jungen britischen KünstlerInnen hierher. Sie finden es super, dass es hier nicht teuer ist, dass es Luft zum Leben und Arbeiten gibt, dass die Szene so kommunikativ ist, und dass die Leute so zugänglich sind. Als Hauptstadt mit Herz für kreative und unternehmerische junge Leute tut Berlin Deutschlands Image in Großbritannien derzeit sehr gut.

 

Anmerkungen:

1 Weitere Informationen unter www.creativeexport.co.uk

2 Museum für Angewandte Kunst (MAK), Köln 1997

3 „Face to Face“ war eine Konferenz in Zusammenarbeit mit dem Design Center Stuttgart vo m 16. bis 17. März 2001. „Movie Matters“ war ein Workshop am 14. und 15. März 2003 in der Britischen Botschaft in Berlin, der sich an Profis in der Berliner und Londoner Filmindustrie richtete. „Beyond Lara – New UK Digital Game Design“ war ein Seminar für Computerspielproduzenten, Gamedesigner und Spieler vom 7. bis 9. Juni 2001 im BC Berlin.

4 „Der Weg nach vorne für Europas Sozialdemokraten. Ein Vorschlag von Gerhardt Schröder und Tony Blair vom 8. Juni 1999“. Am 8. Juni 1999 präsentierten Bundeskanzler Gerhardt Schröder und der britische Premierminister Tony Blair in London ein Papier, das einen „Anstoss zur Modernisierung“ der Sozialdemokraten in Europa geben will.

 

Interview with Dr. Elke Ritt, Head of the British Council’s “Arts & Creative Industries” Programme in Germany.

The Interview with Elke Rit was conducted by Marion von Osten and Katja Reichard on December 3rd 2003 in Berlin


ATELIER EUROPA TEAM } Three years ago the central office of the British Council [BC] in Germany moved from Cologne to Hackescher Markt in Berlin-Mitte …

ELKE RITT: ... both in terms of art and as a hub of activity for artists, Berlin is currently much more attractive than Cologne; but that was not our reason for relocating.

} Was the BC's Creative Industries programme (CrI) developed especially for Berlin?

No, there is no direct connection between our move and the CrI programme. Since 1998 we have had a separate department [1] for the CrI in London, founded and directed by Andrew Senior. Germany is an important country for the CrI. I have been involved in the programme since the beginning, and we have carried out many projects which have a showcase as well as a dialogue character. In Cologne there was a design exhibition entitled Highlights [2] which provided a comprehensive survey of UK product design. Since 1997 there has been great interest in British design in Germany which was not the case before. Designers like Tom Dixon, Ron Arad or James Dyson were suddenly perceived both as designers and artists. For this reason, the British government also became interested in promoting design through an institution like the BC and doing something for Britain's international image at the same time.

} Unlike the German term "Künstler", the English word "artist" has always had a broader meaning: Did you have this in mind when you started your CrI programmes in Germany?

Until the mid-nineties the level of design awareness (as a specific genre) in Britain was relatively low. This had to do with the fact that art and crafts were not so clearly separated. Art, crafts and design all receive equal recognition in Britain, unlike in Germany. Today there is a new British design consciousness in the field of design; this is evident in the many activities of the BC design department worldwide. In Germany the BC cooperates with various partners at the British Embassy and the Consulates General – in Düsseldorf there is a specialist for fashion, in Stuttgart there is one for design, in Leipzig one for music and film. Their task is primarily to report what goes on in the CrI in Germany. We also organize joint events; exhibitions, receptions, study and information excursions to Britain. We like there to be a lot of networking so that producers/artists from Germany and the UK can keep each other informed. However, Germany is not the most important country for the British CrI. The BC is active in 110 countries. In Asia, for example, there are significantly more CrI focal points. In countries whose economies are developing rapidly, the CrI are also most clearly evident. In Singapore, for example, the fashion business plays a very important role, while in Japan it is the computer game industry. Our CrI initiatives have country-specific emphases all over the world. In Germany there have only been three areas that have really been explored by the BC so far: graphic design with a Face to Face conference [3] in Stuttgart, computer games with the Beyond Lara seminar, and the film project Movie Matters, both here in Berlin.

} Are these areas typical sectors within the CrI?

Yes, but there are thirteen sectors altogether that the BC is concerned with. CrI basically refers to all the artistic and design fields that look at the arts from a commercial perspective, or as an economic factor. They are not really very different from the arts in a narrower sense, it is only that with the CrI, there are no reservations about their commercial aspect and potential for export. The basic pillars of the BC are creativity and learning. Commercial areas are not our strong point, so we always need partners like UK Trade & Investment, the investment agency of the British government, in the CrI.

} On the BC web site it seems that activities in Latin America and the Baltic region are given highest priority. Where does this decision come from?

Market research is carried out in our office in London and the embassies of the respective countries. The BC thus becomes aware of possible niches. If we discover a special market potential for fashion in one country, for example, then we target that area with concrete fashion activity. The field for activities in Germany is particularly large.

} Is there a theoretical foundation that the BC refers to with the concept of the CrI, or was there a social discourse in Britain in the nineties that produced this concept?

Britain has almost always had a primarily pragmatic approach to the world. While looking at the total economic volume, the British at one point realized that the creative industries were very successful. It had not before been realized that the pop music industry, for example, is financially more significant than the steel industry. Before this realization the creative industries were treated as "arts" and promoted separately as commercial assets. Yet they substantially mark the economic image of the UK and lead to a lot of recognition in other countries; these are good reasons for promoting the export of the creative industries.

} The Social-Democratic German and British governments have made use of this and interpreted it for their policies. The Schröder/Blair paper emerged from this development [4].

... Yes, this insight has been implemented in a political paper at the bilateral level. It supports the market economy, but not pure consumer society. It is an important paper for the BC, too. With our projects it is not a matter of promoting the Best of British purely as export goods, but rather we constantly strive for mutual benefit for both countries. This relates to a new image of society in which cultural entrepreneurs are not blocked by hierarchical and bureaucratic structures. The paper is based on a strong belief in the promising future of the CrI as a market force.

} So you would say that new activities and employment models have organized themselves by means of new communication technologies resulting in attention from business and politics; in other words, a dynamic "from below" motion, which economic and political interests have followed or appropriated for themselves?

It is the artists, acting as "prophets", who know first which course to take. Especially in times of need – support for artists under Margaret Thatcher was hardly luxurious. Subsequently, though, the framework conditions of support for artists is no longer as bureaucratic. Artists have been given an opportunity or a need to think in an entrepreneurial way. They have less security in the UK than in Germany. To that extent, Britain is a pioneer, even if not necessarily a welcome role model from a German perspective. Of course it is difficult for some artists to think in an entrepreneurial way and develop themselves artistically at the same time. The fact that all this was able to find its way into a Schröder/Blair paper is due to the artists, I think. Through marketing and e-strategies they demonstrated possibilities through which some of them quickly became economically successful. Commercially aware artists were certainly role models for the paper.

} In the Schröder/Blair paper, though there is never any explicit mention of artistic or cultural activity, only of creativity as a new requirement for the contemporary worker. Do you have an explanation for this? You maintain that the artists and designers gave the politicians the idea of new self-employment – then why are they always written out again, and why is only the concept of "creativity" left in the end?

A political paper like this is naturally intended to address everyone. Everyone can be creative in their own field. The aim was to appeal to groups as broadly as possible.

} Is that a development from artistic innovation to the demand that every economic field must be innovative and profitable?

At least "creativity" has become an important basic term in political thinking. I think it expresses what many people now strive for as well as how they would like to see themselves.

} Do you mean that this is already a new social self-understanding and a wish – no longer a political programme? It is surprising that the worldwide CrI programmes originating from the UK are primarily workshops intending to promote creativity. Is that an attempt to bind young people to other forms of learning and living at a relatively early stage? Because with these programmes, it is not just products or their producers that are exported, but most of all particular procedures. What do these programmes look like exactly?

We conducted a three-day computer games seminar with Beyond Lara, for example. This was addressed to three different target groups: firstly to German computer game producers who were looking at creative talents from the UK, secondly to computer game designers from London and Berlin, who were brought together in the hope that they would develop projects together. The last day was dedicated to computer game users and parents who engaged in a lively discussion of the pros and cons of gaming. The aspect of exchange at a bilateral or multilateral level is very important in our workshops. This usually results in further projects. People become acquainted with one another, inform themselves, exchange and develop new products together.

} So the aim is to stimulate these kinds of networks?

Yes, and then for them to quickly become independent. The BC changes its topics quite frequently. The film industry project Movie Matters that we did with London filmmakers and experts from the Berlin film industry was a single event. Now the participants have become acquainted with one another, and we are no longer involved in their projects (joint films, working attachments, etc.) The industries become active themselves through these meetings, workshops and receptions – sometimes they just need an impetus for their international collaboration.

} The Blair/Schröder paper resulted in direct German-British partnerships, for example our large-scale initiative between London and Berlin, also with Partner for Berlin, Agency for Capital City Marketing. For a time the CrI sector was stylized as Germany's new industry. With the relocation of German Universal Film and now Popkomm, that is all happening symbolically, as though there were a lot of activity. Yet there are no real programmes from the city for promoting the CrI. People who were once responsible for that and who marketed the city as a creative island, for example Partner for Berlin, have been let go, and public funding for culture is being cut mercilessly ...

Berlin simply no longer has the requisite means or the infrastructure needed for extensive sponsoring. Partner for Berlin organized an important conference at the ICA in London, where young entrepreneurs, architects, designers and fashion labels from Berlin were able to present their work to a London audience with brief statements. I would have liked to investigate the various creative industries with Partner for Berlin over the course of many years. But we also have many partners outside Berlin, such as in North-Rhine-Westphalia.

} I would say that the policies currently being introduced in the UK and Germany are exactly contrary to the idea that it is a matter of new freedoms. Is it not true that the invocation of entrepreneurial thinking has a purely disciplinary character and leads to new forms of poverty, such as in the New Economy crisis?

The Schröder/Blair paper is naturally a very hopeful, idealistic paper. It is intended to encourage people and it does work that way for some areas or for some individuals. Especially here in Berlin, there is an atmosphere of excitement among some of the gallerists, mostly of East German origin. Despite the lack of a collectors scene, they are able to achieve incredible things and they are very adept at adapting to the market. In principle, this kind of productivity is possible everywhere, but first of all there is not so much outstanding talent everywhere, and secondly the structures in Germany are in part quite rigid, so that new initiatives do not have suitable opportunities. The federalism of the Federal Republic is also an obstacle for many creative people. For some artists it would be important to find a centre more capable of action with sufficient financial means and stronger charisma. Yet it is also congenial that Germany does not have such a high-power capital city like London, where it is difficult to fund everyday life. That is also why so many young British artists come here. They think it's great that it is inexpensive, that there is space to live and work, that the scene is so communicative, and that the people are so open. As a capital city with a heart for creative and entrepreneurial young people, Berlin is very good for Germany's image in the UK now.

 

Annotations:

1 For more information see www.creativeexport.co.uk/home

2 Museum für Angewandte Kunst (Museum of Applied Arts – MAK), Cologne, 1997

3 “Face to Face” was a conference in cooperation with the Design Center Stuttgart from 16 to 17 March 2001. “Movie Matters” was a workshop from 14 to 15 March 2003 at the British Embassy in Berlin for professionals in the film industry in Berlin and London. “Beyond Lara – New UK Digital Game Design was a seminar for computer game producers, designers and users from 7 to 9 June 2001 at the BC Berlin.

4 “The Way Forward for Europe’s Social Democrats. A Proposal by Gerhard Schröder and Tony Blair from 8 June 1999”. On 8 June 1999 the British Primeminister Tony Blair and German Federal Chancelor Gerhard Schröder presented a paper in London, which is intended to give an “impetetus to modernisation” to Social Democracy in Europe.

 

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