// KONTAKT 
atelierEUROPA // 12.03.2004 - 13.06.2004Kunstverein Muenchen


Katharina Pühl (Berlin)

Ich arbeite im Bereich kritischer feministischer Gesellschaftstheorie – im Moment ohne Anstellung, aber trotzdem überarbeitet. Meine Arbeit ist auf dem Gebiet des akademischen Feminismus angesiedelt, umfasst aber auch Projekte im Feld linker Politik wie etwa einer Kulturkritik der Heteronormativität, des Kapitalismus sowie neoliberalistischer Entwicklungen aus geschlechtsspezifischer Perspektive. Nachdem ich bereits zur Kritik des Verhältnisses zwischen Geschlechtlichkeit und Staat sowie zwischen Geschlechtlichkeit und Demokratie gearbeitet habe, gilt mein primäres Interesse nun der Konstruktion neuer Metaphern für ökonomische Akteure, wie etwa der des/der Unternehmers/in des Selbst. Neue Strategien der Konstruktion de/legetimierter Akteure innerhalb der ökonomischen Handlungsräume gehen mit der Neoliberalisierung von sozial- und wohlfahrtsstaatlichen Politiken einher und reißen die Grenzen zwischen so genannten privaten und öffentlichen Räumen wie auch Aspekten individueller Persönlichkeit nieder. Die Frage der Konstruktion von Identitäten und Subjektivitäten steht erneut auf dem Spiel. In meinen Augen konstituiert dieses Feld derzeitig ein entscheidendes Terrain für krititsche Interventionen. Möglichkeiten der Gegendarstellung müssen erarbeitet werden – insbesondere in Zeiten, in denen Werbeagenturen mit Metaphern der Revolution und Entliberalisierung spielen, um ihr Produktmarketing zu optimieren; nicht zuletzt auch ein Charakteristikum der Vermarktung des Selbst ... Die große Frage ist: Wie können wir subversive Strategien denken, die ein Gegengewicht innerhalb der neu strukturierten Machtverhältnisse und diskursiven Metaphern bilden?


Katharina Pühl (Berlin)

{English version not available yet}

Diskussionsbeitrag von Katharina Pühl
Samstag den 03. April 2004, 12.00 Uhr
 
TOP