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atelierEUROPA // 12.03.2004 - 13.06.2004Kunstverein Muenchen


Pauline Boudry, Brigitta Kuster, Renate Lorenz (Berlin)

Seit einigen Jahren beschäftigen wir uns mit Fragen zu ‚Arbeit & Sexualität’. Dabei beziehen wir die gewöhnlich getrennt verhandelten Bereiche der Sexualität und der Ökonomie aufeinander und untersuchen, welche Geschlechter- und sexuelle Positionen in den gegenwärtigen Arbeitsverhältnissen produziert werden und was Sexualität für die Formierung sozialer Subjektivitäten bedeutet, wie sie in neuen Arbeitsverhältnissen gefordert und gefördert werden. Besonders, aber nicht nur, im sogenannten Dienstleistungsbereich lässt sich beobachten, dass die Fähigkeiten und Eigenschaften, die von einer Arbeitskraft gefordert werden, auch Sexualität und Geschlecht als Arbeitsmittel, sozusagen als Teil der Arbeitskraft mit einschließen. In unserem Reader „Reproduktionskonten fälschen – Heterosexualität, Arbeit & Zuhause“ haben wir deshalb den Begriff der „sexuellen Arbeit“ vorgeschlagen, mit dem sich beschreiben lässt, wie am Arbeitsplatz Subjektivitäten entstehen, wie Heterosexualität am Arbeitsplatz jeden Tag neu produziert, verfestigt und normalisiert wird. Man könnte sagen, dass eine Arbeitskraft doppelt produktiv wird: dass sie zugleich mit den Waren und Dienstleistungen auch heterosexuelle Normen und Normalisierungen produziert und reproduziert.
Der Ansatz unserer Projekte mit den Medien Text, Video und Ausstellungen entspricht einem queeren Projekt, Identitäten und Differenzen nicht vorauszusetzen, sondern zu untersuchen, durch welche Macht- und Herrschaftsprozesse diese Identitäten und Differenzen produziert werden.

} Ausstellungsbeitrag: München – Sofia, Video, Berlin 2004


Pauline Boudry, Brigitta Kuster, Renate Lorenz (Berlin)

For several years now we have been concerned with questions of work & sexuality. We relate the areas of sexuality and economy, which are usually negotiated separately, to one another and investigate which gender and sexual positions are produced in current labor conditions, and what sexuality means for the formation of social subjectivities, how they are demanded and promoted in new labor conditions. Especially in the so-called service sector, although not only there, it is evident that the abilities and characteristics required of an employee also include sexuality and gender as part of the work equipment, so to speak. For this reason, in our reader Falsifying Reproduction Accounts – Heterosexuality, Labor & Home we propose the concept of "sexual labor", which can be used to describe how subjectivities emerge in the work place, how heterosexuality is newly produced, fixed and normalized every day in the workplace. One could say that an employee is doubly productive: along with goods and services, she also produces and reproduces heterosexual norms and normalizations at the same time.
The approach of our projects with the media of text, video and exhibitions corresponds to a queer project; instead of presupposing identities and differences, we examine which processes of power and domination produce these identities and differences.

} Exhibition project: Munich – Sofia, Video, Berlin 2004

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