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Seit einigen Jahren beschäftigen wir uns mit Fragen
zu ‚Arbeit & Sexualität’. Dabei beziehen
wir die gewöhnlich getrennt verhandelten Bereiche
der Sexualität und der Ökonomie aufeinander und
untersuchen, welche Geschlechter- und sexuelle Positionen
in den gegenwärtigen Arbeitsverhältnissen produziert
werden und was Sexualität für die Formierung
sozialer Subjektivitäten bedeutet, wie sie in neuen
Arbeitsverhältnissen gefordert und gefördert
werden. Besonders, aber nicht nur, im sogenannten Dienstleistungsbereich
lässt sich beobachten, dass die Fähigkeiten und
Eigenschaften, die von einer Arbeitskraft gefordert werden,
auch Sexualität und Geschlecht als Arbeitsmittel,
sozusagen als Teil der Arbeitskraft mit einschließen.
In unserem Reader „Reproduktionskonten fälschen – Heterosexualität,
Arbeit & Zuhause“ haben wir deshalb den Begriff
der „sexuellen Arbeit“ vorgeschlagen, mit dem
sich beschreiben lässt, wie am Arbeitsplatz Subjektivitäten
entstehen, wie Heterosexualität am Arbeitsplatz jeden
Tag neu produziert, verfestigt und normalisiert wird. Man
könnte sagen, dass eine Arbeitskraft doppelt produktiv
wird: dass sie zugleich mit den Waren und Dienstleistungen
auch heterosexuelle Normen und Normalisierungen produziert
und reproduziert.
Der Ansatz unserer Projekte mit den Medien Text, Video
und Ausstellungen entspricht einem queeren Projekt, Identitäten
und Differenzen nicht vorauszusetzen, sondern zu untersuchen,
durch welche Macht- und Herrschaftsprozesse diese Identitäten
und Differenzen produziert werden.
} Ausstellungsbeitrag: München – Sofia,
Video, Berlin 2004
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For several years now we have been
concerned with questions of work & sexuality. We relate
the areas of sexuality and economy, which are usually negotiated
separately, to one another and investigate which gender and
sexual positions are produced in current labor conditions,
and what sexuality means for the formation of social subjectivities,
how they are demanded and promoted in new labor conditions.
Especially in the so-called service sector, although not
only there, it is evident that the abilities and characteristics
required of an employee also include sexuality and gender
as part of the work equipment, so to speak. For this reason,
in our reader Falsifying Reproduction Accounts – Heterosexuality,
Labor & Home we propose the concept of "sexual labor",
which can be used to describe how subjectivities emerge in
the work place, how heterosexuality is newly produced, fixed
and normalized every day in the workplace. One could say
that an employee is doubly productive: along with goods and
services, she also produces and reproduces heterosexual norms
and normalizations at the same time.
The approach of our projects with the media of text, video
and exhibitions corresponds to a queer project; instead of
presupposing identities and differences, we examine which
processes of power and domination produce these identities
and differences.
} Exhibition project: Munich – Sofia,
Video, Berlin 2004 |