Mit
diesem Beitrag möchte ich einen analytischen Rahmen
vorlegen, um Fragestellungen, die den alltäglichen
Erwerb des Lebensunterhalts innerhalb des expandierenden
kulturellen Sektors betreffen, zu untersuchen. Spezifischer
Gegenstand der Analyse ist die Situation in London. Zudem
wird eine entsprechende Studie von Berlin vorgeschlagen,
jedoch nicht, wie betont werden muss, in einem streng 'komparativen'
Sinne. Die Dynamik der 'Ströme' von Menschen und Kommunikationstechnologien
lassen ein solches Untersuchungsmodell obsolet erscheinen.
Stattdessen möchte ich hier einen Dialog vorschlagen,
den Beginn eines Dialoges zwischen zweierlei 'Stadtgeschichten'.
Was diesen Dialog antreibt, sind die 'Lehren', die aus
den sich in Großbritannien vollziehenden Entwicklungen
gezogen werden können. Das große Engagement
der Regierung Blair, den kreativen Sektor unter dem Primat
einer privatwirtschaftlichen und unternehmerischen Struktur
zu stärken, wirft mit Sicherheit einige Fragen für
die deutsche Diskussion auf. Wenn man davon ausgeht, dass
'kulturelle Individualisierung' nicht notwendig synonym
mit Neoliberalisierung ist, dann stellt sich die Frage,
ob diese so umgesetzt werden kann, dass das kulturelle
Feld als Raum der Offenheit, des sozialen Engagements und
der Demokratisierung bewahrt wird? Das sind Fragen, die
von New Labour geflissentlich umgangen werden, allerdings
um einem hohen Preis. Können
andere europäische Regierungen und Stadträte
davon überzeugt werden, dass der kulturelle Sektor
eine potentiell reiche Quelle zur Schaffung von Arbeitsplätzen
ist? Können für Kleinstunternehmen in Kreativsektor
und Medienbranche ausreichende soziale Investitionen bereitgestellt
werden, um sie existenzfähig zu halten, während
man zugleich von ihnen erwartet, dass sie eine wertvolle
Rolle für die lokale Gemeinde spielen? Könnten
die aufblühenden kreativen Arbeitsfelder innerhalb
eines gemeinnützigen, nicht profitorientierten Sektors
neu verortet werden?
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This chapter offers a schematic framework for examining
questions pertaining to the actual practices of making
a living in the growing cultural sector. By looking specifically at
London it also suggests a parallel study of Berlin. Not,
it should be pointed out, in a strictly 'comparative' sense,
since the dynamics of the flows of peoples and communicative
technologies makes such a model redundant. Instead I propose
here the beginning of a dialogue, 'a tale of two cities'. What
informs the dialogue are the 'lessons to be learnt' from
the UK insofar as the government's commitment to encouraging
the creative sector on the basis that it must be entrepreneurial
surely raises questions for those involved in this area
of debate in Germany. If 'cultural individualisation' need
not be synonymous with neo-liberalisation, can it be pursued
so as to maintain the field of culture as a space for openness,
social engagement, and democratisation? These are questions
which New Labour studiously avoids, but at a cost. Can
other European governments and city councils be persuaded
that the cultural sector is potentially a rich source
of job creation? Can micro-enterprises in the creative
and media fields be provided with social investment sufficient
to keep them viable while also expecting them to play a
socially valuable role with input into the community? Might
a flowering of arts working be re-designated along the
lines of the voluntary, not for profit sector?
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