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atelierEUROPA // 12.03.2004 - 13.06.2004Kunstverein Muenchen

Kreatives London - Kreatives Berlin

Anmerkungen zum Erwerb des Lebensunterhalts in der Neuen Kulturellen Ökonomie.

Angela McRobbie

Mit diesem Beitrag möchte ich einen analytischen Rahmen vorlegen, um Fragestellungen, die den alltäglichen Erwerb des Lebensunterhalts innerhalb des expandierenden kulturellen Sektors betreffen, zu untersuchen. Spezifischer Gegenstand der Analyse ist die Situation in London. Zudem wird eine entsprechende Studie von Berlin vorgeschlagen, jedoch nicht, wie betont werden muss, in einem streng 'komparativen' Sinne. Die Dynamik der 'Ströme' von Menschen und Kommunikationstechnologien lassen ein solches Untersuchungsmodell obsolet erscheinen. Stattdessen möchte ich hier einen Dialog vorschlagen, den Beginn eines Dialoges zwischen zweierlei 'Stadtgeschichten'. Was diesen Dialog antreibt, sind die 'Lehren', die aus den sich in Großbritannien vollziehenden Entwicklungen gezogen werden können. Das große Engagement der Regierung Blair, den kreativen Sektor unter dem Primat einer privatwirtschaftlichen und unternehmerischen Struktur zu stärken, wirft mit Sicherheit einige Fragen für die deutsche Diskussion auf. Wenn man davon ausgeht, dass 'kulturelle Individualisierung' nicht notwendig synonym mit Neoliberalisierung ist, dann stellt sich die Frage, ob diese so umgesetzt werden kann, dass das kulturelle Feld als Raum der Offenheit, des sozialen Engagements und der Demokratisierung bewahrt wird? Das sind Fragen, die von New Labour geflissentlich umgangen werden, allerdings um einem hohen Preis. Können andere europäische Regierungen und Stadträte davon überzeugt werden, dass der kulturelle Sektor eine potentiell reiche Quelle zur Schaffung von Arbeitsplätzen ist? Können für Kleinstunternehmen in Kreativsektor und Medienbranche ausreichende soziale Investitionen bereitgestellt werden, um sie existenzfähig zu halten, während man zugleich von ihnen erwartet, dass sie eine wertvolle Rolle für die lokale Gemeinde spielen? Könnten die aufblühenden kreativen Arbeitsfelder innerhalb eines gemeinnützigen, nicht profitorientierten Sektors neu verortet werden?

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Creative London-Creative Berlin

Notes on Making a Living in the New Cultural Economy    

by Angela McRobbie

This chapter offers a schematic framework for examining questions pertaining to the actual practices of making a living in the growing cultural sector. By looking specifically   at London it also suggests a parallel study of Berlin. Not, it should be pointed out, in a strictly 'comparative' sense, since the dynamics of the flows of peoples and communicative technologies makes such a model redundant. Instead I propose here the beginning of a dialogue, 'a tale of two cities'.   What informs the dialogue are the 'lessons to be learnt' from the UK insofar as the government's commitment to encouraging the creative sector on the basis that it must be entrepreneurial surely raises questions for those involved in this area of debate in Germany. If 'cultural individualisation' need not be synonymous with neo-liberalisation, can it be pursued so as to maintain the field of culture as a space for openness, social engagement, and democratisation? These are questions which New Labour studiously avoids, but at a cost. Can other European governments and city councils be persuaded that the cultural sector is potentially   a rich source of job creation? Can micro-enterprises in the creative and media fields be provided with social investment sufficient to keep them viable while also expecting them to play a socially valuable role with input into the community? Might a flowering of arts working be re-designated along the lines of the voluntary, not for profit sector?

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